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20.12.2016

Das Projektteam "Energiearmer Beton" diskutiert Anwendungsstrategien mit externen Partnern.

Forschende des NFP-70-Verbundprojekts "Energiearmer Beton" diskutieren Anwendungsstrategien mit externen Partnern.

Das Team des Verbundprojekts "Energiearmer Beton" (NFP 70) hat potenzielle Hindernisse und die künftige Implementierung der Forschungsresultate im Markt diskutiert.

​Die bisherigen Resultate sind ermutigend. Die Optimierung von Mörtelmischungen, die Durchführung von Messungen sowie die Erstbeschreibung der Leistungsfähigkeit sind fertiggestellt. Erste ökologische Bewertungen haben gezeigt, dass die Beton-Optimierung und der Ersatz von Stahl durch Alternativen wie Holz oder Kohlefasern signifikante Energieeinsparungen bringen.

Im Folgenden finden Sie einige Schwerpunkte aus der Diskussion über die Einschätzung des Projekts und über dessen Anwendungsstrategien:

  • Kohlenstoffarmer Beton verfügt über grosses Potenzial, um wesentlich zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 beizutragen, da diese Technologie sich auf grosse Mengen von Zement und Beton anwenden lässt. Die Herausforderung besteht darin, den Beton in den Markt und besonders zu den Herstellern zu bringen. Aufgrund fehlender Erfahrungen mit dem Produkt ist es nicht leicht, die Zustimmung der Hersteller zu dessen Praxiseinsatz zu gewinnen. Diese haben insbesondere Befürchtungen bezüglich Stabilität, Verträglichkeit mit Zusatzstoffen und Karbonatbildung. Eine engere Zusammenarbeit zwischen der Zementindustrie und der chemischen Industrie ist deshalb nötig, um robuste Betonrezepturen zu entwickeln.
  • Auf Kundenseite besteht potenziell grosses Interesse für Hybridkonstruktionen aus Brettschichtholz und Beton. Die Hauptsorge ist das Langzeitverhalten der Holz-Beton-Verbindung. Etwas geringere Sorgen um die Ökotoxizität des Klebstoffes kommen hinzu. Diese Sorgen müssen im Projekt so bald wie möglich angesprochen werden, damit die Kunden überzeugt werden können.
  • Der Beitrag von hochfestem Beton mit Vorspannung durch kohlefaserverstärkte Polymere zu den schweizerischen Energiezielen wird als gering eingestuft. Grund dafür ist der zurzeit kleine Markt. Die Technologie hätte einen grösseren Einfluss, wenn sie in grösserem Massstab eingesetzt würde. Das Projekt könnte sich dann darauf konzentrieren zu zeigen, dass diese Technologie Strukturelemente in neuen Formen ermöglicht. Langzeit-Leistungstests der neuen Betonrezeptur und der Materialkombination sind ebenfalls unbedingt erforderlich.
  • Ultrahochfester Faserbeton (UHPFRC) hat grosses Potenzial für den Praxiseinsatz. Es beruht auf dem grossen Markt der Instandhaltung der Infrastruktur. Tatsächlich kann es sehr effizient sein, die Lebensdauer der heutigen Infrastruktur der Schweiz zu erhöhen. Es besteht der Bedarf, potenzielle Anwender (Infrastrukturbetreiber) zu informieren, um deren Interesse zu erhöhen. Dies kann in Koordination mit der Schweizer Industrie erfolgen, die die neue Technik einsetzt. Eine Standardisierung der Regulierungspolitik für neue Materialien und UHPFRC-Anwendungen auf höherer Ebene (Europa und andere Länder) würde ebenfalls helfen, die Anwendung zu fördern.
  • Die Technologie für die Echtzeitüberwachung und die Simulations-Tools für die Konstruktion betrachten alle Stakeholder als ausgereift. Inwieweit die Technologie für die Energiestrategie 2050 relevant ist, ist für die Stakeholder hingegen noch nicht ersichtlich. Das derzeitige Projekt muss dazu mehr quantitative Daten liefern. Eingriffe in die Infrastruktur in Echtzeit könnten ebenfalls zu einer Herausforderung werden, da die Bauunternehmen eher traditionalistisch eingestellt sind. Zuletzt kann auch die Verwaltung grosser Datenmengen, die in Zukunft anfallen werden, zu einem Problem werden.

Die Diskussion zwischen Projektmitarbeitenden, den derzeitigen Industriepartnern und den externen Akteuren war insgesamt äusserst gewinnbringend. Sie hat es ermöglicht, einige Prioritäten des Projektes neu auszurichten und den internen Partnern die Sicherheit zu geben, dass das Projekt von der Baubranche gut aufgenommen wird.

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