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21.11.2017

Es braucht kein Erdgas: Wind- und Sonnenenergie können Kernkraft ersetzen – und die Bevölkerung ist nicht gegen Importe aus Nachbarländern

Das Bild zeigt eine Windkraftanlage in der Gemeinde Entlebuch.
Das Bild zeigt eine Windkraftanlage in der Gemeinde Entlebuch.

Forschende des NFP-70-Projekts "Risiken der erneuerbaren Stromversorgung" stellten am Workshop "Risks of low-carbon transition in Poland" ihre Erkenntnisse aus zwei Studien vor.

​Forschende des NFP-70-Projekts "Risiken der erneuerbaren Stromversorgung" stellten am Workshop "Risks of low-carbon transition in Poland" ihre Erkenntnisse aus zwei Studien vor. Die erste Studie basierte auf einem Modell der Schweizer Stromversorgung mit einer Stundenauflösung für mehrere Jahre. Sie ergab, dass der Übergang zu vollständig erneuerbarer Elektrizität in der Schweiz keine Stromengpässe nach sich zieht und insgesamt gleich viel kostet wie Strom aus Erdgas. Zudem kann die Wasserkraft die wetterabhängigen Schwankungen bei der Windenergie kompensieren, während die Windenergie die saisonalen Schwankungen der Wasserkraft ausgleicht. Die zweite Studie, eine Umfrage unter Schweizer Bürgerinnen und Bürgern (n=1186), zeigte, dass die Bevölkerung Sonnen- und Windenergie dem Erdgas eindeutig vorzieht und nicht gegen einen Import von Wind- und Solarenergie aus benachbarten Ländern ist. Die Schweizer Bevölkerung würde es jedoch bevorzugen, wenn Kraftwerke im Ausland im Besitz von Schweizer Unternehmen wären und von diesen betrieben würden.

Diese Erkenntnisse wurden auf den polnischen Energiesektor übertragen, der immer noch 88 % des Stroms mit Kohle erzeugt. Der zunehmende Import von erneuerbarer Energie aus den baltischen Staaten oder benachbarten EU-Ländern bedroht das Geschäftsmodell der Grundlastenergie aus Kohle- und Kernkraftwerken. Dies wird – unabhängig von der polnischen Politik – zu strukturellen Veränderungen führen und in den Kohleminenregionen im Süden des Landes wirtschaftliche und politische Spannungen verursachen.

Der Workshop wurde vom Institute for Structural Research (IBS) in Warschau im Rahmen des TRANSrisk-Projekts durchgeführt, welches vom EU-Förderprogramm Horizon 2020 unterstützt wird.

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