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02.05.2019

Abgeschlossenes Projekt: Förderung von energiesparendem Verhalten in Städten

Das Bild zeigt ein Ruderboot.

Das Projekt untersuchte das Potenzial und die Herausforderungen einer Strategie, bei der gesellschaftliche Gruppen als Vermittler für Energiesparinitiativen dienen.

Die Städte spielen für die Energiewende in der Schweiz eine Schlüsselrolle. Viele Städte führen Interventionen durch, die Verhaltensänderungen fördern sollen. Eine Schwierigkeit besteht darin, auch Menschen zu erreichen, die nicht umweltbewusst sind. Eine Strategie zum Erreichen eines breiteren Publikums besteht darin, mit organisierten gesellschaftlichen Gruppen wie Sportvereinen zusammenzuarbeiten. Solche Gruppen bilden einen guten Rahmen zum Aufbau vertrauensvoller Beziehungen sowie für direkte Erfahrungen und soziales Lernen, wodurch gesellschaftliche Normen geformt werden können.

Die Entwicklung, Umsetzung und Evaluation der Interventionen im Rahmen des NFP-71-Forschungsprojektes erfolgte in enger Zusammenarbeit mit den Städten Winterthur, Baden und Zug. Untersucht wurde auch der Mehrwert einer solchen Zusammenarbeit zwischen Forschung und Städten.

Drei Interventionen wurden in den Bereichen Mobilität und Warmwasserverbrauch durchgeführt. Es zeigte sich, dass Sportclubs wirksame Multiplikatoren für Programme sind, die dazu anregen, mit dem Velo statt mit dem Auto zu Sporttrainings zu fahren. Die Clubs konnten Personen motivieren, die sich nicht beteiligt hätten, wenn sie individuell angefragt worden wären. Dies führte dazu, dass diese Personen seltener das Auto benutzten, um zu den Trainingseinrichtungen zu fahren. Die Evaluation eines E-Bike-Versuchs für Autobesitzer veranschaulichte die Bedeutung sozialer Prozesse: Je mehr positives Feedback die Teilnehmenden erhielten, desto stärker war ihre Absicht, weniger mit dem Auto zu fahren.

Überdies bewirkte das Ausprobieren eines E-Bikes, dass ein Jahr nach dem Versuch immer noch weniger Situationen spontan mit der Benutzung eines Autos in Verbindung gebracht wurden. Ein entsprechender Effekt ergab sich beim Duschen: Wenn jemand in einer öffentlichen Badeanstalt wassersparende Duschköpfe ausprobiert hatte, dann wirkte sich dies positiv auf dessen Einstellung zu solchen Duschköpfen und entsprechende Kaufentscheidungen aus.

Auf Prozessebene trugen Workshops mit Forschenden und Personen aus der Praxis dazu bei, die Faktoren zu bestimmen, die für eine erfolgreiche und wirksame Zusammenarbeit zwischen Forschung und Städten unerlässlich sind.

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Dr. Corinne Moser econcept AG Gerechtigkeitsgasse 20 8002 Zürich +41 44 286 75 53 corinne.moser@econcept.ch