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16.09.2019

Von alleine geht nichts – Synthese zum Themenschwerpunkt "Mobilitätsverhalten"

Das Bild zeigt einen Mann, der mit einem Tablet ein Carsharing-Fahrzeug bucht.

Der Themenschwerpunkt "Mobilitätsverhalten" zeigt Wege für mehr Effizienz in der Mobilität. Die Synthese ist auf www.nfp-energie.ch verfügbar.

Ein hoher Motorisierungsgrad und die verbreitete Multimodalität prägen die Mobilität in der Schweiz. Grundlegende technologische Umwälzungen haben das Potenzial, den hohen Energiekonsum des Verkehrs zu verringern. Doch ohne Massnahmen, die unser Mobilitätsverhalten energieeffizienter gestalten, geht es nicht. Mehrere Projekte des NFP "Energie" haben daher untersucht, wie dies erreicht werden kann. Die Synthese "Mobilitätsverhalten" verdichtet die zentralen Erkenntnisse:

  • Freiwilligkeit alleine reicht nicht
    Die Ergebnisse des NFP "Energie" zeigen, dass Freiwilligkeit für ein energieeffizientes Mobilitätsverhalten nur beschränkt funktioniert. Damit neue Produkte und Angebote zu Energieeinsparungen führen, ist eine entsprechende Regulierung notwendig.
  • Neue Technologien werden zu wenig für Energieeinsparung eingesetzt
    Bisher steht bei der Gestaltung und Nutzung digitaler Hilfsmittel nur selten die Energieeinsparung im Zentrum. Das gilt auch für digitale Automatisierungstechnologien in der Logistik.
  • Die Wirksamkeit neuer Angebote wird durch Rebound-Effekte eingeschränkt
    Massnahmen im Verkehrsbereich sind – nicht zuletzt wegen des hohen Anteils der Freizeitmobilität - ausgesprochen anfällig für Rebound-Effekte.

Chancen, um dennoch den mobilitätsbedingten Energieverbrauch zu senken, sind angesichts technologischer Umwälzungen vor allem in folgenden Massnahmen zu sehen:

  • Sowohl Push- als auch Pull-Massnahmen einsetzen!
    Einerseits braucht es attraktive Angebote, die zu einem veränderten Verhalten ermuntern und zielgruppenspezifisch kommuniziert werden. Andererseits braucht es intelligente flankierende Regularien mit Anreizen und Sanktionen.
  • Potenzial der Digitalisierung auf allen Ebenen nutzen!
    Das Energiesparpotenzial digitaler Techniken ist sowohl in der Alltagsmobilität als auch in der urbanen Logistik kaum ausgereizt. Förderbedingungen und Regulierungen müssen die Entwicklung digitaler Angebote in die gewünschte Richtung lenken.
  • Mit klugen Massnahmen Rebounds verhindern!
    Digitale Feedbacksysteme, die den persönlichen Ehrgeiz wecken, Einsparungen zu erreichen, können mithelfen, diesem Ziel auf freiwilliger Basis näherzukommen. Rebound-Effekte müssen weiter untersucht und durch Förderformate gezielt verhindert werden.

Die vollständige Synthese zum Themenschwerpunkt "Mobilitätsverhalten" wird ab 18. September 2019 auf dem Webportal www.nfp-energie.ch verfügbar sein.

Ebenfalls am 18. September 2019 werden Prof. Dr. Andreas Balthasar, Präsident der Leitungsgruppe des NFP "Steuerung des Energieverbrauchs" (NFP 71), und Dr. Roman Rudel, Verantwortlicher des NFP-71-Projektes "Virtueller Wettstreit zugunsten energieeffizienter Mobilität" die Synthese im Rahmen der "Schweizer Mobilitätsarena" vorstellen.

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakte

Dr. Konrad Götz Mobilität und Urbane Räume
ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung
Hamburger Allee 45 D-60486 Frankfurt am Main +49 (0) 69 707 6919-21 goetz@isoe.de

Prof. Dr. Ueli Haefeli Interface Politikstudien Forschung Beratung Seidenhofstrasse 12 6003 Luzern +41 41 226 04 16 haefeli@interface-pol.ch